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Mit unserem VW Passat (Rösli) haben wir gerechnet. Dass wir damit das Ziel in Dalaman erreichen. Für Rösli war es allerdings offensichtlich etwas gar ausladend, wie sie zu ihren bereits rund 250‘000 km noch rund 8000 km hätte fahren sollen – so ausladend, dass sie sich entschieden hat, sich dieser Strapazen vorsorglich zu entziehen. Ein defekter Turbo und infolgedessen der gesamte Motor voller Öl bedeute, dass wir nicht mehr weiterfahren konnten. Gleichsam haben wir unser Rösli noch bis Oberstaufen gewuchtet. Was aus ihr wird, wissen wir noch nicht. Wir haben sie auf absehbare Zeit zurückgelassen.

Und so bleibt es eine Amour fou, die unser Team mit Rösli verbindet. Wir haben sie dem Audi vorgezogen und viel in sie investiert: Neuer Zahnriemen, Kupplung, Thermostat, Wasserpumpe, Kühler, Bremsen, neue Scheinwerfer. In ihrer Biografie stach bis dahin nichts heraus: Als eine unter fünf anderen Autos wurde sie von ihren Besitzern für die Erledigung alltäglicher Dinge eingesetzt. Ab und an zum Einkaufen fahren und wenn sie Glück hatte, durfte sie auch mal einen Pferdeanhänger schleppen. Erst nach der Umwandlung zu einem Rallye-Auto schärfte sie ihr Profil, sie gewann an Charisma und Persönlichkeit. Aber selbst bei unserem Team schien ihr eine gewisse Lobby zu fehlen; es warf weitherum Fragen auf, warum das Team Judo goes Orient ihre Reise nicht mit drei BMWs antritt, sondern mit deren zwei und einem VW. Aber als gelte es, die Verwandlung einfach so hinzunehmen, gab sie sich Rösli diesem Abenteuer hin. Bis knapp vor Oberstaufen.

 

 
Am Freitag haben wir vor Ort ein neues Auto, einen Chrysler Voyager (Vroni) erworben und ihn sogleich behelfsmässig umgebaut; wir haben wieder eine Dachbox montiert und die Elektronik verkabelt. Sogar farblich haben wir sie den anderen beiden Autos etwas angeglichen. Nichts mehr zu befürchten also? – Schön wär’s. 1 Minute vor dem Start hat sie sich sogar selber eingeschlossen. Bei laufendem Motor, ohne Person drin. Persönlichkeiten zeichnen sich eben durch Macken aus.
Vroni vermag die Lücke noch nicht ganz zu schliessen, gleichsam könnte es ihre Bühne werden, als Fahrzeug aus dem nichts, das bis jetzt alles zu wollen scheint.

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